· 

Unser Eintritt in die RAAF

G'Day ihr Lieben, 

 

Erstmal möchte ich mich bei euch entschuldigen, dass der versprochene Post so lange auf sich hat warten lassen! Ich hatte in den letzten paar Monaten sehr viel um die Ohren und brauchte ein paar Tage frei um mich wieder etwas zu entspannen, aber jetzt bin ich bereit dafür euch zu erzählen, was denn seit Anfang diesen Jahres in unserem Leben los war und was sich so extrem verändert hat!

 

Und wie lässt es sich besser schreiben als mit einer Kerze an und einer heißen Tasse Tee im australieschen Winter!? 

 

Wie ihr bestimmt schon im letzten Post gelesen habt, habe ich wieder begonnen Vollzeit zu arbeiten und habe parallel mein Vollzeit Diploma mit TAFE abgeschlossen. In der Zwischenzeit hat sich unser ganzes Leben hier in Australien auf den Kopf gestellt! Ich habe die letzten vier Monate alleine in den Atherton Tablelands verbracht, mein Mann und ich mussten uns wieder auf eine Fernbeziehung einrichten und ich musste mich um unseren kompletten Umzug in einen anderen Staat Australiens kümmern. Meine Gesundheit hat da nicht so mitgespielt wie ich es mir erhofft hatte und das hast die ganze Situation erschwert. Ich kann auf jeden Fall nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin, denn ohne unsere Familie und Freunde hätten ich das nicht alles so reibungslos geschafft! 

 

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wo genau wir hinziehen und weshalb der ganze Stress und die große Veränderung?

Und weshalb wieder eine Fernbeziehung führen und ohne meinen Mann in den Atherton Tablelands bleiben?

 

Nun ja, mein Mann und ich haben uns dazu gemeinsam entschieden, dass er ins Militär einsteigt. Er hatte die Idee schon seit Jahren angestrebt und wir haben nun endlich unser ersten Posting erhalten -  ab August 2021 werden wir Albury/Wodonga unser neues zu Hause für die nächsten Jahre nennen. Ich bin bereits seit einem Monat hier, was die vielen Stories aus Instagram erklärt und auch, wieso ich so wenig Zeit hatte zu schreiben. 

 

Der Grund, wieso wir vorübergehend wieder eine Fernbeziehung führen mussten, war das Grundtraining meines Mannes, denn dieses fand in Wagga Wagga (New South Wales) statt, ungefähr 2.548km von Tolga entfernt. Ich musste also warten, bis er sein erstes offizielles Posting ausgestellt bekommen hat um endlich näher ziehen zu können, denn der australische Staat bezahlt den Soldaten und ihrer nächsten Angehörigen den Umzug, sobald ein ,,Posting'' vorhanden ist. Ich bin jetzt endlich in unserer Posting Location angekommen und muss jetzt nur noch 2 Wochen warten, bis ich meinen Mann endlich wieder in meine Arme schließen darf! Und glaubt mir, das wird eine laaaaaaaange Umarmung!! Das genaue Datum steht noch nicht fest, vor allem mit den Grenzschließungen durch Covid-19 kann sich alles nochmal ein wenig verzögern, weil Wodonga (Victoria, wo ich gerade bin) gerade im Lockdown ist, aber darüber machen wir uns jetzt noch keine Gedanken, denn Dinge ändern sich hier und auch beim Militär so schnell!

 

 

Die letzten Monate haben ziemlich an mir gezehrt, denn während des Großteils der Grundausbildung meines Mannes, habe ich alleine in unserem Haus gelebt, zwei Jobs gearbeitet und war dabei mein Studium zu beenden. Ich hatte gleichzeitig auch noch einen sehr aktiven Welpen zu Hause und unsere zwei Kater, die alle sehr viel Aufmerksamkeit brauchten. Wie schon oben erwähnt, musste ich alleine unseren Umzug stemmen, während ich mich für neue Jobs im Süden bewerben, und unsere neue Unterkunft und den Umzug nach Wodonga organisieren musste. Zum Glück, und ich kann es nicht genug betonen, habe ich sehr viel Hilfe von Familie und Freunden bekommen, worüber ich immer noch unendlich Dankbar bin!

Aber gehen wir doch nochmal ein paar Monate zurück, zu Ende April diesen Jahres:

Mein Schwiegervater und ich aben meinen Mann Ende April nach Townsville gefahren. Wir verbrachten dann unsere letzte gemeinsame Nacht in einem Hotel (was vom Militär gestellt wurde) genossen ein gemeinsames Abendessen mit seiner Familie aus Townsville und ließen den Abend ruhig ausklingen. Am nächsten Morgen hatte er dann seine Zeremonie, in der er sich der Queen of England anschwor - das war wirklich sehr spannend und aufregend zu sehen! An diesem Morgen ist mir glaube ich erst bewusst geworden, dass jetzt alles ernst wird und er wirklich geht! Von dort aus ging dann alles schnell, ich sah ihn nur noch einmal am Flughafen, wo wir dann noch ein wenig Zeit miteinander verbringen konnten und uns dann verabschiedeten wir uns von einander. Der Abschied war extrem schwer für mich und von dort an war ich dann alleine zu Hause. 

Letztendlich verlief der Bewerbungsverlauf so schnell und wir haben nicht damit gerechnet, dass mein Mann innerhalb weniger Monate ein Jobangebot bekommt und alle Tests absolvieren kann (er hatte sich erst Ende 2020 beworben und im März dann sein Angebot bekommen). Die Tests sind sehr spezifisch und hart und ich bin unfassbar stolz dass mein Mann alles bestanden hat! 

 

In der Zwischenzeit habe ich dann versucht mein Leben normal weiterzuleben, was mir wirklich schwer viel und habe mich nach und nach auf unseren neuen Lebensabschnitt vorbereitet.

Ich sollte auch noch erwähnen, dass die Zeit, die wir getrennt verbringen mussten dich Covid noch 1,5 Monate verlängert wurde. Auch die Gesprächszeiten sind sehr eingeschränkt und alle neuen Mitglieder bekommen ihre Handys nur für eine bestimmte Zeit am Tag als Privileg, was aber auch jederzeit wieder weggenommen werden kann - deshalb war Kontakt eher nur sporadisch. Gegen Ende seines Trainings, konnten wir dann endlich mehr Kontakt zueinander haben und er durfte endlich aktiv mit mir den Umzug vorbereiten. Wir wussten eigentlich bis einen Monat vor dem geplanten Abschlusses meines Mannes überhaupt nichts über unseren Umzug, außer den Ort.

Am 15. Juli bin ich dann offiziell aus unserem Haus in Tolga ausgezogen (wir haben das Datum einfach intuitiv gesetzt) und ich habe die letzten Wochen in der Region vor der Ausreise bei meinen Schwiegereltern verbracht. Zum Glück hatten wir bei unserem Auszug keine Probleme und konnten unseren Mietvertrag früher beenden, da unser Haus von unserem Vermieter verkauft wurde.

Vor dem Auszug habe ich dann zusätzlich noch unsere zwei Autos verkauft (wir haben jetzt einen Neuwagen), einige Möbel und weitere Dinge aus unserem Haus, die wir nicht mehr brauchten.

Unser Welpe ist zur Zeit noch dort und unsere Kater wurden bis zu unserem Einzug ins neue Haus in Wodonga von einer sehr guten Freundin aufgenommen - der Tiertransport ist endlich für Mitte August organisiert und ich kann es kaum erwarten unsere drei kleinen hier Willkommen zu heißen! Wir fliegen alle drei mit Dogtainers ein (eine australische Organisation, die Tiertransport im Inland und fürs Ausland anbietet) und ich werde sie dann an einem Trefpunkt abholen. Ihre Route ist Cairns - Sydney - Wodonga. 

 Ich hatte meinen Job geschätzter weise für Ende Juli gekündigt, was wirklich super gepasst hat und mir einen perfekten Start in meinen neuen Job verschafft hat.

 

Gegen Ende zu meiner Zeit in Tolga bin ich bereits auf Teilzeit umgestiegen und habe einen meiner Jobs verlassen um mich um alles kümmern zu können. Ich begann bereits mich im Juni für neue Jobs in der neuen Heimat zu bewerben und hatte über die Monate hinweg einige Interviews. Ich nahm dann letztendlich einen Job im medizinischen Bereich an und Begann diese Woche, nur ein paar Tage nach meiner Ankunft in Albury/Wodonga.

Letzten Samstag, vor meiner Abreise, traf ich mich dann noch mit meinen ganzen guten Freundinnen und am Sonntag mit der Familie. Es war wirklich schön noch einmal alle sehen zu können, bevor es dann wirklich los ging in unser neues Leben im Süden!

Am Montag machte ich mich dann endlich auf den Weg nach Albury, nachdem meine Flüge am Freitag davor von der Umzugsorganisation des Militärs (Toll) gebucht wurde. Ich machte mich morgens um drei Uhr mit meinem Schwiegervater auf den Weg nach Cairns, der lieb genug war mich abzusetzten und flog dann von Cairns nach Brisbane. Nach einer Stunde Wartzeit ging es dann weiter nach Sydney. Dort musste ich dann vier Stunden auf meinen Anschlussflug nach Albury warten, während der Flughafen durch den derzeitigen Lockdown wie ausgestorben war!

Von dem Flug nach Albury hatten wir eine kleine Propellermaschine von Qantas Link, das war wirklich aufregend in ihr zu fliegen! Alle Flüge verliefen ruhig und es gab keinerlei Turbulenzen! Ich muss sagen, dass ich es wirklich riesig genossen habe endlich wieder im Flugzeug zu sitzen, obwhol ich normalerweise eher nicht so gerne in der Luft bin. 

Alle drei Flüge fanden mit Qantas statt, da diese zur Zeiten von Corona die verlässligste Airline ist und ich muss sagen, dass der Service wie immer super war! Zudem wurde mein Gepäck auch vollständig durchgecheckt.

Nach meiner Ankunft am kleinen Flughafen von Albury, holte ich meinen Mietwagen ab. Dieser wurde ebenfalls von TOLL gebucht und wir dürfen ihn so lange fahren, bis unser eigenes Auto in Wodonga ankommt. Dieses ist nämlich zur Zeit auf den Weg zu uns. 

Generell ist es wirklich gut, dass der Arbeitgeber (beziehungsweise Toll) meines Mannes die kompletten Umzugskosten für uns übernimmt und auch alles organisiert, denn um ehrlich zu sein könnten wir uns das nicht alle paar Jahre leisten!

Aber nochmal zurück zum Mietswagen, der Abholprozess war wirklich einfach, denn ich musste nur meinen Führerschein vorzeigen und dann wurden mir schon die Schlüssel überreichtund ich konnte mich nach einem langen Tag auf den Weg ins Motel, in Wodonga, machen. Albury und Wodong sind Nachbarstädte und grenzen direkt aneinnder an und werden von dem Murray River getrennt. Albury liegt in New South Wales und Wodonga auf der Grenzseite von Victoria. Mein Mann und ich werden beide in Victoria arbeiten und unser Haus ist auch in Wodonga lokalisiert, weshalb ich meine Vorübergehende Unterkunft in Wodonga gebucht habe.

Die erste Nacht verbrachte ich im Motel 24 in der High Street. Meiner Meinung nach echt schön, günstig und ausreichend, aber ich habe im Nachhinein gehört, dass High Street nicht so toll sein soll. Ich hatte allerdings keinerlei Probleme während ich drort war und habe mich auch kein einziges Mal unsicher oder unwohl gefühlt, ganz im Gegenteil. Das Motelzimmer hatte zudem eine Einbauküche und war modern und neu eingerichtet. Ich würde hier auf jeden Fall nochmal bleiben! Hier ein Link: http://www.motel24.com.au/

Die Nacht darauf geschah dann ein kleines Fiasko, denn eigentlich sollte Toll meine weitere Unterkunft von dem 03. August an buchen. Am 03. August fand ich dann aber heraus, dass diese mir erst Unterkunft von dem 06. August gebucht hatten und daher musste ich bis dahin selber etwas finden, was mir dann im Nachhinein zurückerstattet werden würde. Abgesehen davon, dass wir schon 10Uhr morgens hatten (also Checkout im Motel 24), gab es dort auch in dieser Nacht keine freien Räume mehr und ich musste spontan etwas anderes in Wodonga buchen. 

Allerdings entschloss ich mich dazu direkt die nächsten Nächte vom 04. bis zum 06. August im Motel 24 zu buchen, was dann auch problemlos verlief. Die Nacht von 03. August bis zum 04. August allerings war nicht so toll. Diese verbrachte ich im Motel Wellington, ebenfalls in der High Street, und da kommen wir schon ganz nah an das Gefühl von unsicherheit! Ich würde diese Unterkunft nicht weiterempfehlen. Sie war zwar nicht grauenvoll, aber einfach alt, die Fenster waren kaputt und ich fühlte mich definitiv nicht sicher... Nur um die beiden Unterkünfte finanziell zu vergleichen, Motel 24 war $15.00 günstiger pro Nacht!

Seit dem 06. August bin ich nun im Quest Wodonga in einem wundervollen Apartment mit Queen bed, voller Küche, Waschmaschine und Trockner, Wohnzimmer und Bad und lebe den Traum! Es ist wirklich super schön hier und ich fühle mich sehr wohl! Nicht vergessen zu erwähnen, dass das halbe Hotel mit Polizei gefüllt ist, haha, also sehr sicher! Das Apartment wird ebenfalls von der Arbeit meines Mannes bezahlt, bis wir Ende nächster Woche in unser eigenes Haus einziehen können!

Den Link zum Quest findet ihr übrigens hier: https://www.questapartments.com.au/properties/vic/wodonga/quest-wodonga/gallery

Unser Haus haben wir vor ein paar Tagen feste von Defence Housing Australia zugesagt bekommen und warten zur Zeit noch auf den ganz genauen Einzugstermin. Unser Haus ist bereits frei, aber ich muss noch in einem Hotel bleiben, da es ein spezielles Haus für Militärfamilien ist und wird erst einziehen dürfen, wenn unser ganzes Inventar eingetroffen ist. Hier unten angekommen, musste ich noch einige Dinge für uns organisieren, denn wir brauchten noch einen Trockner und ein paar andere Dinge für das neue Haus, aber zum Glück habe ich das alles vor dem Lockdown hinbekommen!

 

Die letzten paar Monate waren wirklich nicht schön für mich, aber ich bin so stolz auf meinen Mann und freue mich jetzt auf die ganzen Abenteuer, die die Zukunft für uns bereit hält.Jetzt ist es nicht mehr lange hin, bis mein Mann und ich unseren neuen gemeinsamen Lebensabschnitt beginnen können und ich könnte nicht glücklicher sein ihn bald endlich wieder zu Hause zu haben und ihn in meine zu Arme schließen.

 

PS: Ich bin jetzt also nicht nur verheiratet mit einem Australier, sondern einem australischen Soldaten - ich glaube es wird Zeit jetzt endlich meine australische Staatsbürgerschaft zu beantragen, haha!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0